Drei Tage Mathe.Forscher Forum liegen hinter uns: Vom 11. bis 13. Mai haben über 60 LehrerInnen aus dem Programm Mathe.Forscher in Ludwigsburg neue Aktivitäten für ihren Unterricht entwickelt. Aus den drei Regionen Nord, Rhein-Neckar und Heilbronn-Franken, die seit dem vergangenen Netzwerktreffen einen regen Zuwachs neuer Schulen verzeichnen durften, waren insgesamt 26 Schulen vertreten.

Mit der Einladung im März erhielten die LehrerInnen Hausaufgaben, deren Bearbeitung maßgeblich auf den Erfolg der Veranstaltung einzahlte: Zum einen erstellte jedes Schulteam ein oder mehrere Poster zu im vergangenen Schuljahr an ihrer Schule umgesetzten Mathe.Forscher-Aktivitäten. Auch sollten Ideen für neue Mathe.Forscher-Unterrichtseinheiten in Form von Kurzkonzepten eingereicht werden. Von diesen Ideen wurden insgesamt sieben durch die Programmleitung und wissenschaftliche Beratung für das Forum ausgewählt: So kam von Baumeistermathematik über Billard, Boule & Co. bis hin zu mathematischen Verschlüsselungsverfahren ein bunter Strauß an Themen zusammen. Wie diese ihren Weg in den jeweiligen Mathe.Forscher-Unterricht finden und welche weiteren Forscherfragen sich auch seitens der SchülerInnen ergeben, darauf dürfen wir uns im Verlauf des kommenden Schuljahres freuen!

Am frühen Donnerstagnachmittag wurden die LehrerInnen durch die Programmleitung begrüßt und erhielten einen Ausblick auf die bevorstehenden 45 Stunden Mathe.Forscher Forum 2017. Nach einem erfrischenden Kahoot! unter Anleitung von Prof. Dr. Matthias Ludwig, starteten die LehrerInnen zunächst ins Ideenforum. Auf diesem hatten die Schulen insgesamt 60 bunte Poster zu im Frühjahr 2017 durchgeführten Unterrichtseinheiten zusammengetragen. Nun galt es anhand der Mathe.Forscher-Dimensionen die einzelnen Beiträge zu bewerten und damit zu bestimmen, welche drei Poster am Samstag prämiert werden sollten.

Aus den sieben ausgewählten Vorschlägen für die Arbeitsphasen bildeten sich bei Einteilung auf die einzelnen Themen elf Arbeitsgruppen. Nachdem die Arbeitsaufträge, Ziele und Erwartungen vorgestellt wurden, konnten die LehrerInnen sich bereits an die ersten Vorbereitungen und Überlegungen machen. Am Abend referierte Dr. Beat Wälti von der Pädagogischen Hochschule Bern über die Bedeutung der Beurteilung spielenden, entdeckenden und forschenden Lernens und wie sich damit einhergehende Schwierigkeiten überwinden lassen.

Seitdem wir Kahoot! als Pendant zum Frühsport eingesetzt haben, schien es kaum mehr jemandem etwas auszumachen, sich zum Wochenende in aller Früh im Plenum einzufinden. So schloss sich an Tag 2 nach der nunmehr dritten Runde mit der spielbasierten Lernplattform die Vorstellung erster Evaluationsergebnisse aus zwei Jahren Mathe.Forscher in Heilbronn-Franken an. Bis zur Mittagspause fanden sich die LehrerInnen in ihren tags zuvor gewählten Arbeitsgruppen ein. Hier standen insbesondere das Entwickeln und Ausarbeiten der Aktivitäten im Vordergrund, welche im Laufe selbigen Tages unter Berücksichtigung eines zuvor durchgeführten Peer-Reviews finalisiert werden sollten.

Wie im Fluge vergingen die Stunden, als sich dann auch schon Referent Stephan Kalhamer vom Gaming Institute für seinen Impulsvortrag ankündigte. Der diplomierte Mathematiker und Poker-Weltmeister widmete sich der Mathematik im Pokerspiel und dem fundierten Entscheiden unter Unsicherheit – damit fügte sich der Impulsvortrag nicht nur sehr gut in das Motto „Mathematik im Spiel“, sondern warf gleichsam eine neue Perspektive auf den Umgang mit etwaiger Unsicherheit im Mathematik- und Mathe.Forscher-Unterricht auf, in dem die LehrerInnen mit nicht immer abzusehenden Herausforderungen unterschiedlichster Art konfrontiert werden.

Am Samstag hieß es „Endspurt!“ – bereits am Vormittag sollten die er- und ausgearbeiteten Mathe.Forscher-Unterrichtsideen im Plenum vorgestellt werden. Bis dahin galt es, die Aktivitäten zu finalisieren und die Präsentationen vorzubereiten. Sowohl für den Primarunterricht wie auch für die Sekundarstufen wurde ein buntes Potpourri an überlegt konzipierten Aktivitäten für den Mathe.Forscher-Unterricht vorgestellt. Aus diesen wählten die LehrerInnen im Anschluss an die Präsentationen, zu welchem dieser Projekte sie sich im nächsten Schuljahr der Durchführung verpflichten wollen.

Wir freuen uns schon jetzt auf die Dokumentationen der Ergebnisse der auf dem Forum entwickelten Aktivitäten für den Mathe.Forscher-Unterricht.

Die Programmleitung und das Mathe.Forscher-Team bedanken sich auch im Namen der Förder- und Kooperationspartner für die inspirierende Veranstaltung mit einer tollen Atmosphäre, interessanten Gästen und vor allem motivierten LehrerInnen. Die großartige Fotoreportage haben wir im Übrigen dem Fotografen Philipp Tonn zu verdanken!