Als Mathe.Forscher untersuchen Kinder und Jugendliche, wie sich ihre Lebenswelt mit mathematischen Phänomenen erklären lässt. Seit Beginn des Schuljahres 2010/11 wird dieses Prinzip an Schulen in Hamburg, Bremen und Hannover in vielen erfolgreichen Projekten umgesetzt. Mathe.Forscher wurde gemeinsam von der Stiftung Rechnen und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung initiiert und wird durch die PwC-Stiftung gefördert. „Wir wollen als Stiftung einen Rahmen schaffen, in dem Kinder selbst Fragestellungen entwickeln und Bedeutungszusammenhänge erforschen. Mit der Stiftung Rechnen arbeiten wir mit einem Partner zusammen, der sich für die Förderung mathematischer Kompetenzen einsetzt. Für die operative Umsetzung ist die DKJS zuständig, die schon oft gezeigt hat, wie man Schulentwicklung erfolgreich unterstützt“, erklärt Dr. Heike Riesling-Schärfe von der PwC-Stiftung.

Mathe-Kunst im Curriculum

Die Hamburger Heinrich-Hertz-Schule zeigt, wie sich das Konzept des forschenden Lernens im Curriculum verankern lässt: Nach gelungener Premiere im vergangenen Schuljahr ist der Mathe-Kunst-Tag mittlerweile für alle siebten Jahrgänge vorgesehen. Die Schülerinnen und Schüler entschlüsseln dabei, wie viel Mathematik in Kunstwerken steckt – und werden mithilfe ihres neuen Wissens selber kreativ. Den Impuls für die Verbindung der Fächer Mathematik und Kunst erhielten die Lehrkräfte in einem Vortrag bei der Mathe.Forscher-Auftaktveranstaltung im September 2010.

Ihre Erkenntnisse aus dem ersten Mathe.Forscher-Jahr setzen die Lehrerinnen und Lehrer nun bereits um: „Wir haben dieses Mal dafür gesorgt, dass alle Klassen in einem Kunstraum arbeiten können. Aus der ersten Runde wissen wir, dass ein kreatives Umfeld die Motivation der Schülerinnen und Schüler steigert. Und dank unserer Vorarbeit war der Projekttag dieses Mal viel schneller organisiert“, erzählt Mathematiklehrerin Tanja Neuschmidt.

Der Stiftungs-Besuch ist davon beeindruckt, was an der Heinrich-Hertz-Schule auf die Beine gestellt wurde. „Es ist toll, die Umsetzung des Mathe.Forscher-Programms vor Ort zu sehen. Von Stiftungsseite wollen wir die Gelegenheit auch nutzen und von den Lehrern erfahren, welche Programminhalte für sie besonders wertvoll sind. Diese Eindrücke helfen uns, die Zukunft der Mathe.Forscher zu planen“, so Johannes Friedemann von der Stiftung Rechnen.

Mathe.Forscher ermöglicht innovativen Unterricht

Stefan Schönefeld, stellvertretender Schulleiter und selbst Mathematiklehrer erklärt, warum seine Schule von dem Programm profitiert: „Die Mathe.Forscher-Idee hat bei uns offene Türen eingerannt. Wir wollten gerade im Fach Mathematik, das vielen Schülern Probleme bereitet, innovative Unterrichtsformen anbieten. Was uns dafür fehlte, waren konkrete Tipps und die Mittel, um Materialien anzuschaffen.“

Die Stadtteilschule wird in den Klassen 5 bis 10 jeweils einen Mathe-Projekttag verankern. Dabei verknüpft sie Mathematik mit anderen Bereichen wie Kunst, Gesellschaft oder Sport. Die Projektarbeit spiegelt sich bereits in der Schulstruktur wider. Um die Kapazitäten für Konzeption und Organisation der Mathe-Projekttage zu schaffen, wurde eigens eine Beförderungsstelle eingerichtet.

Vernetzung ist wichtig

Das Mathe.Forscher-Programm nutzen die Lehrkräfte, um Anregungen zu bekommen und Konzepte zu entwickeln: „Besonders wertvoll ist für uns die Vernetzung. Aus den Workshops und Fortbildungen haben wir viele Ideen für unseren Unterricht mitgenommen.“ Dabei geht es jedoch nicht nur um Input, sondern auch um Erfahrungsaustausch mit anderen Schulen. „Wir haben unser Konzept im Rahmen einer Fortbildung an unsere Kollegen aus Bremen und Hamburg weitergegeben. Denn das ist auch für uns als Lehrer der Sinn des Ganzen – dass wir Kompetenzen, die wir erarbeitet haben, weitertragen. Um diesen Multiplikationseffekt aufrechtzuerhalten, wünschen wir uns, dass die Vernetzung auch über das Ende des Mathe.Forscher-Programms hinaus weiterhin besteht.“