Konrektorin der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried (IGMH). Seit 2012 bei den Mathe.Forschern. Derzeit sind an der IGMH neun Lehrkräfte und neun sechste Klassen an Mathe.Forscher beteiligt.

Was war Ihr größtes Aha!-Erlebnis in Ihrer Arbeit mit Mathe.Forscher?

Das Aha-Erlebnis kam für mich, als ich gesehen habe, dass manche Sechstklässler, als sie aus dem Wald kamen, nicht bemerkt hatten, dass sie den ganzen Tag Mathematik gemacht haben – und dass es für sie ein schöner Tag war, im Wald und trotz der Mathematik.

Welcher Baustein von Mathe.Forscher hat Ihnen besonders in Ihrer Arbeit weitergeholfen?

Für mich als Mitglied im Schulleitungsteam stand die Weiterentwicklung der Schule, die Mathe.Forscher ermöglicht, besonders im Fokus. Schule zu entwickeln heißt auch, den Unterricht weiterzuentwickeln. Der Mathematikunterricht ist für uns häufig ein ’schweres Pfund‘ im Alltag, für die Schüler, aber auch für die Lehrer. Die Auseinandersetzung mit den didaktischen Aspekten des forschenden Unterrichtes und die Umsetzung eines solchen Projekts wären uns ohne die Unterstützung von Mathe.Forscher nicht gelungen. Jetzt bin ich mir sicher, dass mit dem Ende der Prozessbegleitung (die noch lange dauern möge) das forschende Lernen an unserer Schule weitergeht.

Was möchten Sie anderen Lehrkräften mitgeben, die forschendes Lernen ausprobieren möchten?

Sich schnell zu bewerben, denn diese Chance sollte man nicht vorbeiziehen lassen! Aber auch innerhalb der Schulorganisation Freiräume zu schaffen – zeitlich, räumlich und personell – um sich mit dieser Herangehensweise auseinandersetzen zu können. Ratsam ist auch, den Druck vom Kollegium zu nehmen. Es kann letztlich direkt zielführend sein, auch einmal in eine Fehlerschleife zu kommen und den kollegialen Austausch zu ermöglichen.

Wie geht es für Sie weiter, was sind die nächsten Schritte?

Unser großes „Waldprojekt“ im Käfertaler Wald soll fächerübergreifender eingebunden werden. So können die Schülerinnen und Schüler zunächst die Baumarten kennenlernen, das wäre dann Biologie, und im Nachklang messen sie die Höhe der Bäume, das wäre dann wiederum Mathematik. Zusätzlich wollen unsere Kollegen mehrere kleine Projekte entwickeln, die sowohl zeitlich als auch materiell überschaubarer sind als das Waldprojekt. Diese wollen sie mit einigen Schülerinnen und Schülern in AG-Stunden ausprobieren, bevor sie dann in den Unterricht Eingang finden.

Woran erinnern Sie sich bei Ihrem eigenen Matheunterricht als Schülerin? Wie war Ihr Verhältnis zum Mathematikunterricht?

Der Umgang mit Zahlen bereitete mir immer Freude, genaues Zeichnen gefiel mir immer gut. Ich habe immer dann gute Mathematiknoten erhalten, wenn das Lehrer-Schüler-Verhältnis entspannt war. Doch der Strahlensatz in Kombination mit einem Mathematiklehrer, der nicht sehr gut erklären konnte, der auch eine ängstliche Stimmung verbreitete, das war mein persönlicher mathematischer Tiefpunkt. Der Tiefpunkt ist bekanntlich ein Wendepunkt und war zeitlich weit genug vor dem Abschlusszeugnis, ich habe also die Kurve noch gekriegt.

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