Betreut seit August 2015 als Prozessbegleiter sechs Schulen in Baden-Württemberg.
Herr Prof. Dr. Gercken, was macht Ihnen am meisten Spaß an Ihrer Arbeit im Programm Mathe.Forscher?
In der beginnenden Begleitung der Mathe.Forscher-Schulen habe ich bereits viele engagierte LehrerInnen getroffen, die sowohl ihre Freude an Mathematik als auch die SchülerInnen in den Mittelpunkt gestellt haben. Es ist schön ein Teil davon sein zu können.

Was war Ihr größtes Aha-Erlebnis?
Die Beschäftigung mit den bisherigen Projekten zeigt, welches Potenzial das Mathe.Forscher-Programm hat. Wieviel Mathematik beispielsweise hinter Überraschungseiern steckt, lässt sich zunächst kaum erahnen. Ebenso ist es faszinierend zu sehen, welche Ausgänge scheinbar einfache Fragen wie „Wo bitte ist die Mitte?“ oder Fragestellungen nach dem Wert des Waldes zugeschrieben werden können.
Was möchten Sie anderen Lehrkräften mitgeben, die forschendes Lernen ausprobieren möchten?
Im Laufe meines Lehrerlebens haben mich zwei Dinge nachhaltig beeindruckt. Zum Einen die Erkenntnis, dass jede Schülerin und jeder Schüler forschendes Lernen betreiben können – jeweils nach individuellen Möglichkeiten. Zum Anderen braucht es in gewissen Situationen nur wenig Vorgaben für forschendes Lernen. Verantwortung an SchülerInnen abgeben eröffnet dabei teilweise ungeahnte Möglichkeiten.

Wie geht es für Sie weiter, was sind die nächsten Schritte?
Ich bin gespannt auf das laufende Jahr als Prozessbegleiter der Schulen in Baden-Württemberg und hoffe, dass ich Projekte und Prozesse in der Begleitung voranbringen kann.

An was erinnern Sie sich in Ihrem eigenen Mathematikunterricht als Schüler, wie war Ihr Verhältnis zum Mathematikunterricht?
Ich erinnere mich an gute Lehrer und an solche, denen ich nicht viel abgewinnen konnte. Ich habe mich insbesondere bei meinem Oberstufen-Lehrer immer gut aufgehoben gefühlt, er hat seine Freude für die Mathematik im Unterricht ausgelebt. Ich erinnere mich noch an seinen Gruß unter der letzten Mathe-Klausur: „All’s well that ends well“. Recht hat er!