Ob Spitzbogen, Sechspass, Dreipass oder Dreiblatt: Über die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Ornamentformen haben die Schülerinnen und Schüler gelernt, ein Kirchenfenster mathematisch genau zu konstruieren und dabei auch einen Einblick in die Kunstgeschichte erhalten. Sie haben herausgefunden, welche Bedeutung die Elemente für die Einordnung in eine bestimmte Epoche haben. Was machte den gotischen Baustil aus? Wie lässt er sich von einem romanischen Stil abgrenzen?
Von der Theorie zur Praxis: Alle Schülerinnen und Schüler haben jeweils eine Fensterkonstruktion zeichnerisch erarbeitet und den anderen vorgestellt. Gemeinsam wurde entschieden, wie die unterschiedlichen Elemente in dem Fenster angeordnet werden sollten. „Bei der Gestaltung ihrer eigenen Kirchenfenster waren die Schüler so engagiert, dass sie sogar einen freien Tag dazu genutzt haben, in der Schule weiter an ihrem Projekt zu arbeiten“, so die projektverantwortliche Mathelehrerin Stefanie Schmidt. Am Ende des Projektes präsentierten die Jugendlichen ihre selbst entworfenen Kirchenfenster.
In einem Galeriegang haben die Mathe.Forscher die Bilder nach vorgegebenen Kriterien fachmännisch bewertet. Sind die Elemente so angeordnet, dass sie nicht im Fenster schweben? Wie groß sind die Vielfalt und der Schwierigkeitsgrad der Konstruktion? Und wie eindrucksvoll ist die Farbgestaltung? Für die vierfache Fischblase wird es auf jeden Fall einen Pluspunkt geben, denn mit den vier sich berührenden Innenkreisen zählt sie zu den besonders schwierigen Konstruktionen. Stefanie Schmidt ist gespannt auf die Bewertungen. Bei einer Klasse habe das Projekt bereits sehr gut funktioniert. Die Jugendlichen seien sehr ehrlich und genau mit der Einschätzung gewesen.
In der nächsten Stunde gibt es die Auswertung für das beste Kirchenfenster, das in der Schule ausgestellt wird. Außerdem wollen einige Schülerinnen und Schüler Fotos von ihrem Frankreich-Austausch mitbringen: Dort hatten sie viele gotische Kirchenfenster entdeckt. Nach diesem Projekt werden sie sich die Fenster noch mal genauer anschauen: mit Mathe.Forscher-Augen!


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