Am 2. Dezember trafen sich mehr als 40 Mathe.Forscher-Lehrerinnen und Lehrer zu einer Auftaktveranstaltung in Heidelberg, um die dritte Programmphase einzuläuten.

In diesem Jahr allerdings nahmen nicht nur die bereits seit mehreren Jahren mitwirkenden Schulen an der Veranstaltung teil, auch fünf Primarschulen hatten sich mit neun Vertreterinnen und Vertretern ihrer Einrichtung angemeldet.

Mathe.Forscher Rhein-Neckar Agenda Auftaktveranstaltung am 2. Dezember 2016

In den Räumlichkeiten des Studios Villa Bosch wurden die Teilnehmenden zur Begrüßung mit einer Podiumsdiskussion empfangen. In einer an die bekannte Sendung „spätschicht“ angelehnten „frühschicht“ diskutierte die Programmleitung mit ihren Gästen die Entwicklung des Programms seit seiner Initiierung bis heute und nutzte ebenso die Gelegenheit, viele Ideen und Wünsche wie auch Herausforderungen und Chancen von Mathe.Forscher zur Sprache kommen zu lassen. An der Talkrunde beteiligt waren Kim Orzol von der Klaus-Tschira-Stiftung, die wissenschaftliche Begleitung des Programms, bestehend aus Prof. Christiane Benz (Pädagogische Hochschule Karlsruhe) und Prof. Matthias Ludwig (Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt) sowie die beiden Prozessbegleiter Matthias Heidenreich und Jochen Dörr – letzterer seit 2012 engagierter Lehrer bei Mathe.Forscher und mit dem Start der neuen Programmphase als Prozessbegleitung tätig.

Im Anschluss an die angeregte Diskussionsrunde führte Matthias Heidenreich ein Schätzspiel durch. Dieses sollte im weiteren Verlauf des Tages mit noch je zwei weiteren, unterschiedlichen Fragestellungen wiederkehren. So wurde zu Beginn einer jeden neuen Runde zunächst auf amüsante Weise die Statistik des vorangegangenen Spiels dargelegt und im Anschluss ein jeweils bester Schätzer gekürt; Das funktionierte sogar so gut, dass sich in der dritten und letzten Runde zwei Sieger hervortaten …

Am weiteren Vormittag zeigte Frau Prof. Dr. Katja Maaß (Pädagogische Hochschule Freiburg) in ihrem Impulsvortrag zum Thema „Forschendes Lernen für alle Schülerinnen und Schüler“ auf, wie Lehrkräfte ihren konventionellen zu einem offeneren, forschend-entdeckenden Unterricht hin gestalten können. Anhand beispielhafter Aufgaben und Videos illustrierte sie ihr Referat und stellte neue Ansätze in der Unterrichtsentwicklung dar.

Nach einer kurzen Mittagspause traten die Anwesenden in den offenen Austausch innerhalb der Verbünde. Währenddessen kamen auch die neu ins Programm aufgenommenen Grundschulen zusammen, um einander kennenzulernen und von der Programmleitung noch einige nützliche Handreichungen für einen optimalen Start in das Mathe.Forscher-Programm zu erhalten.

Nach diesen Treffen schlossen sich drei Workshops mit zahlreichen Anregungen zum Mathe.Forscher-Unterricht an. Die Workshops waren auf die jeweilige Schulform abgestimmt:

„Forschendes Lernen in der Grundschule – Konzeptionelle Überlegungen und Unterrichtsbeispiele“ von Prof. Dr. Dagmar Bönig (Universität Bremen) und Gundel Timm (Grundschule An der Gete, Bremen) wandte sich an Primarschullehrkräfte. Die Lehrkräfte der Sekundarschulen konnten zwischen den Workshops „MathCityMap – Entdecke Mathematik in deiner Stadt“ von Prof. Dr. Matthias Ludwig, Iwan Gurjanow und Joerg Zender von der Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt sowie „Moderne Kunst durch die mathematische Brille analysieren“ von Dr. Jan Wörler (Universität Würzburg) wählen. Anschließend versammelten sich die Schulen im Plenum, um die Ergebnisse der Workshops zu resümieren und noch offene Fragen zu diskutieren.

Mathe.Forscher Rhein-Neckar Agenda Auftaktveranstaltung am 2. Dezember 2016. Workshop „Forschendes Lernen in der Grundschule -Konzeptionelle Überlegungen und Unterrichtsbeispiele“ (Prof. Dr. Dagmar Bönig, Universität Bremen)Mathe.Forscher Rhein-Neckar Agenda Auftaktveranstaltung am 2. Dezember 2016. Workshop „Moderne Kunst durch die mathematische Brille analysieren“ (Dr. Jan F. Wörler, Universität Würzburg)Mathe.Forscher Rhein-Neckar Agenda Auftaktveranstaltung am 2. Dezember 2016. Workshop „MathCityMap“ – entdecke Mathematik in deiner Stadt“ (Prof. Dr. Matthias Ludwig, Iwan Gurjanow, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt)

Nach diesem facettenreichen und spannenden Kick-Off wagten die Mathe.Forscher in Raumschiff Enterprise-Manier einen Blick in die Zukunft. Die Programmleitung enthüllte dazu eine Zeitkapsel. In diese sollten nun Fragebögen, Tageszeitungen, Fotos und andere Materialien mit mathematischem Bezug der Schulen hineingelegt werden – in gespannter Erwartung, wie sich bis zur voraussichtlichen Wiederöffnung im Jahre 2018 die Schulen, das Programm oder ein bekannter Flughafen in Berlin wohl entwickeln möge. Im Gegenzug erhielten die Schulen einen Schlüssel, der sie auf ihrem Mathe.Forscher-Weg in den nächsten zwei Jahren zum einen an die Öffnung der Zeitkapsel erinnern soll und zum anderen daran, welche Schlüsselkompetenzen sie über Mathe.Forscher erlangen.

Mathe.Forscher Rhein-Neckar Agenda Auftaktveranstaltung am 2. Dezember 2016Wir freuen uns angesichts der guten Impulse auf die künftige Zusammenarbeit mit allen teilnehmenden Schulen im Verbund Rhein-Neckar und dürfen gespannt sein, welche Erlebnisse und Schlüsselmomente in den kommenden zwei Jahren gesammelt und schließlich 2018 mit uns geteilt werden.