Im Rahmen einer Fortbildung am Bremer Landesinstitut für Schule (LIS) stellten die Mathe.Forscher ihre Arbeit vor. Bevor die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst aktiv wurden, erzählten vier Mathe.Forscher-Lehrkräfte der Bremer Mathe.Forscher-Schulen von Ihren Erfahrungen. Die Schulen in ihrem Regionalverbund sind eng vernetzt und haben das Projekt „Gleiches Material in großer Menge“ gemeinsam für ihren Mathe.Forscher-Unterricht aufbereitet und sich dann bei der Durchführung gegenseitig hospitiert. So haben sich eine Grundschule und zwei Oberschulen nicht nur Feedback gegeben, sondern auch mit Blick auf alle Jahrgänge von der ersten bis zur zehnten Klasse herausgefunden, wie forschend-entdeckendes Lernen im Mathematikunterricht gelingen kann.

Christian Hunold, Mathematiklehrer an der Grundschule an der Gete, sieht beim Forschen im Fach Mathematik etwas Besonderes: Hier begibt sich der Schüler fragend in die Welt der Mathematik und wird kreativ. Was das für die Praxis bedeutet, zeigte sich im Selbstversuch: Mit 8000 Würfeln wurden die 14 teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer selbst auf Forscherreise geschickt und machten sich daran, ihre Mathematik zu erfinden. Aus den Klötzen entstanden ganz unterschiedliche Bauwerke wie Pyramiden, Brücken oder Fensterkonstruktionen. Ausgehend von den Dokumentationen wurde anschließend in der Erfinderrunde die Mathematik zum Thema gemacht: „Wo erkennen Sie die Mathematik in der Erfindung?“ wollte Christian Hunold von seinen Kolleginnen du Kollegen wissen. Schnell zeigte sich, wie viel Mathematik in den Bauwerken steckt und wie viele Fragen sie hervorrufen: Wie hoch kann ich die Würfel stapeln, ohne dass sie umfallen? Wie ist die Pyramide konstruiert?

In der Auswertungsrunde diskutierten die Lehrer, welche mathematischen Themenfelder und Kompetenzen sich durch diese Methode erschließen lassen. Denn Inhalte wie Flächenberechnung oder Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung begegnen den Schülerinnen und Schülern so ganz automatisch. Und durch das Anfassen und Bauen wird Mathematik begreifbar und anschaulich. Gleichzeitig deckt das Mathe.Forscher-Projekt auch die Bildungsstandards ab. Kompetenzen wie Problemlösen, Kommunizieren, Argumentieren, Modellieren und Darstellen werden mit der Methode des forschend-entdeckenden Lernens vermittelt.

Die anwesenden Lehrerinnen und Lehrer waren sich nach ihrer eigenen Forscherreise einig: Mit dem Mathe.Forscher-Ansatz werden Schülerinnen und Schüler für das Fach Mathematik motiviert – und lernen dabei jede Menge.

Ein schönes Highlight war für die Mathe.Forscher, dass die Fortbildung auch auf dem 10. Ganztagsschulkongress in Berlin vorgestellt wurde. Thomas d’Hénin und Michael Rohdenburg von der Oberschule Helgolander Straße in Bremen ließen die Teilnehmer eines Workshops mit Münzen und Holzklötzen Gebäude, Labyrinthe und Figuren bauen und daran mathematische Fragen diskutieren. Mathematik einmal ganz praktisch auszuprobieren und sich eigene Fragen zu stellen, war spannend für die Pädagogen und Schüler, die zum Teil noch nie vom Ansatz des forschenden Lernens gehört hatten.

Und so ging es den Workshopteilnehmern ähnlich wie den Mathe.Forschern von Thomas d’Hénin und Michael Rohdenburg: " Die Schülerinnen und Schüler merken manchmal gar nicht, dass sie über Mathematik reden, obwohl sie die ganze Zeit über ihr Gebäude mit Begriffen wie Symmetrie, Achsen und Auszählen arbeiten. So holt man die Kinder wirklich da ab, wo sie sind. Sie werden aktiviert und bringen das ein, was sie können.”