Mit einem besonderen Event startete die Wingertsbergschule in Lorsch ins Mathe.Forscher-Programm: Prof. Dr. Matthias Ludwig, wissenschaftlicher Begleiter des Programms und Dozent an der Goethe-Universität Frankfurt beantwortete die spannende Frage, warum denn ein Fußballhersteller viel von Mathematik verstehen muss. Gemeinsam mit über 200 Schülerinnen und Schülern der dritten und vierten Klassen sowie einigen interessierten Eltern und Lehrkräften wurden verschiedene Forschungsfragen rund um den Fußball untersucht und beantwortet.


Mehr als 30 mitgebrachte Bälle sorgten für La-Ola-Wellen und Stimmung im Foyer. Bewaffnet mit gelben und roten Karten sorgte der Dozent mit einer Schiedsrichterpfeife gegebenenfalls für Ruhe, ein bisweilen schwieriges Unterfangen, wenn die Bälle unter den jubelnden Schülerinnen und Schülern die Runde machten.

Doch neben Begeisterung und Vielem für das Auge erarbeitete Ludwig zusammen mit dem staunenden Publikum auch handfeste Mathematik: Ausgehend vom Fußball ’Telstar’ der WM 1974 aus Fünf- und Sechsecken sollten die Zuhörer zunächst schätzen, wie viel Meter Faden insgesamt vernäht wurde. Die rauchenden Köpfe wurden nach einigen Berechnungen und Diskussionen mit dem erstaunlichen Ergebnis konfrontiert, dass hierzu 7 Meter Garn und ca. 720 Stiche nötig sind – und dieses meist noch in anstrengender Handarbeit. Ausgehend von der Kugel sind viele andere Kombinationen von Dreiecken, Vierecken bis hin zu Achtecken denkbar. Bei aller Vielfalt stellen die regelmäßigen platonischen Körper den Grundaufbau für alle anderen Bälle dar, und hiervon gibt es erstaunlicherweise nur fünf verschiedene. Nach Ende der Vorlesung durften die Kinder nach vorne kommen und die Objekte begierig in die eigenen Hände nehmen. Die Veranstaltung war nach Meinung aller Beteiligten ein voller Erfolg und machte Lust auf mehr Forschungsprojekte im kommenden Mathematikunterricht.