Wie Mathe und Natur zusammenpassen, wollte die 5d der Richard-Linde-Weg-Schule auf ihrem Ausflug in die Boberger Dünen herausfinden. Das heutige Naturschutzgebiet ist der letzte Rest einer Dünenlandschaft, die sich bis ins 20. Jahrhundert vom Berliner Tor bis Bergedorf am Nordufer des früheren Elbe-Urstromtals erstreckte. Gemeinsam mit Frederik Landwehr vom Naturschutzhaus Boberger Niederung begaben sich die Mathe.Forscher auf eine Wanderung durch das Naturschutzgebiet.

„Unsere Düne ist eine Wanderdüne, pro Jahr verschiebt sie sich 10 cm in Richtung Lohbrügge“, erklärt der Naturpädagoge. „Und ganz wichtig ist es, dass sich nicht alle Besucher zur Erinnerung an die schöne Wanderung Sand mitnehmen.“ Das klingt zunächst etwas unglaubwürdig, wenn man mitten auf einer riesigen Sanddüne steht. Doch mit ein bisschen Mathe erschließt sich den Fünftklässlern schnell, was Frederik Landwehr meint: 10 000 Besucher kommen jedes Jahr in die Boberger Düne. Wenn jeder 10 Gramm Sand mitnimmt, sind das in der Summe schon wie viel Gramm? Und das sind wie viele Kilos?

Lukas ist begeistert: „Die Düne ja richtig groß! Vielleicht kann ich ihre Fläche berechnen.“ Und genau dafür sind die Fünftklässler – mit Maßband und Notizbuch ausgestattet – in das Naturschutzgebiet gekommen. Sie messen, machen Skizzen und Notizen und suchen sich ihre ersten Forscherfragen. Die Lehrerinnen Claudia Lenzmeier und Janou Paaschburg haben sich im Vorfeld gemeinsam mit Frederik Landwehr überlegt, wie ein Mathe.Forscher-Tag in der Boberger Düne aussehen kann. „Von dem Mathestoff der fünften Klasse findet sich eigentlich fast alles hier im Naturschutzgebiet: Flächenberechnung, Symmetrieachsen, große Zahlen, Maßeinheiten. Deshalb werden uns die Eindrücke von heute das ganze Schuljahr begleiten und wir werden immer wieder auf die Düne zurückkommen“, erklärt Claudia Lenzmeier.

Frederick Landwehr hat es Spaß gemacht, die Mathe.Forscher-Idee mit seiner Führung zusammenzubringen: „Die Kinder bekommen so einen anderen Blick auf die Mathematik und auch auf die Natur und finden vielleicht einen leichteren Zugang zu den beiden Bereichen. Ich möchte ihnen Neues zeigen und sie dabei für den Naturschutz sensibilisieren.“

Um geometrische Formen in der Natur zu entdecken, schickt der Naturpädagoge die Schülerinnen und Schüler mit einem speziellen Mathe.Forscher-Auftrag los: „Sucht etwas Rundes, etwas Spitzes, etwas Glattes und etwas Gleiches.“ Die Kinder schwärmen aus und kommen schnell mit runden Steinen, glatter Rinde, spitzen Stöcken und Blättern zurück. Aber haben sie auch etwas Gleiches gefunden? Ein bisschen ratlos guckt Lilly-Marie auf die beiden Blätter in ihrer Hand. Die beiden Blätter sind von einer Eiche, sie sind beide etwa drei Zentimeter lang – aber sind sie wirklich gleich? Frederik Landwehr gibt den entscheidenden Hinweis: „Das ist vielleicht der wichtigste Unterschied zwischen der Mathematik und der Natur: In der Natur gibt es nichts Gleiches, in der Mathematik schon.“